Feuerwehr Breckenheim

24 Stunden – Einen Dienstalltag der Berufsfeuerwehr erleben

Am 12.09.2014 war es nach zwei Jahren wieder soweit. 
Die 15 Mitglieder der Jugendfeuerwehr Breckenheim und Igstadt konnten 24 Stunden lang in einer Übung den Dienstalltag, wie er bei der Berufsfeuerwehr Wiesbaden herrscht, erleben.


Um 18 Uhr hieß es Dienstbeginn im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Breckenheim. 
Kaum angekommen, wurden die Schlafstätten im Jugendraum des Vereinshauses hergerichtet. 
Um die Übung so realistisch wie möglich zu gestalten, gab es im Anschluss die Übergabe der Fahrzeuge, die Erläuterung des Ablaufs und des Dienstplans und eine Einweisung in die Technik und Bedienung der eingerichteten Leitstelle.

 Um 18:45 Uhr wurde die Wachabteilung erst einmal mit Bratwurst und Pommes für die kommenden Stunden gestärkt. 
Im Anschluss gab es die erste Unterrichtseinheit zum Thema „Einheiten im Löscheinsatz“.

Mit diesem Wissen durfte die Wachabteilung dann ihren ersten Einsatz abarbeiten. Um kurz nach 20 Uhr ging ein Notruf eines Kunden ein, der gerade vom Einkauf aus dem REWE in Breckenheim kam und eine Rauchentwicklung im Lade-/Entladebereich bemerkte. 
Sofort wurde der Löschzug, bestehend aus dem ELW, dem TSF-W mit MTF und der Ergänzung TLF mit GW-U alarmiert. 
Kurze Zeit später trafen die Einsatzkräfte am Einsatzort ein. Schnell war der Brand unter Kontrolle, sodass die bald die Meldung „Feuer aus“ an die Leitstelle gefunkt werden konnte.

Zurück im Gerätehaus hieß es dann Bereitschaft (Freizeit) für die Wachabteilung. 
Sehr beliebt war wieder der Tischkicker der Freiwilligen Feuerwehr Igstadt.
Gegen 22 Uhr wurde es ruhiger im Gerätehaus, da nun Bettruhe angesagt war. 
Die Wachabteilung zog sich in den Schlafraum zurück, die Mitglieder der Einsatzabteilung der FF-Breckenheim und der FF-Igstadt, die als Helfer die Übung begleiteten, kamen im Gemeinschaftsraum zusammen.


Lange blieb es jedoch nicht ruhig, denn gegen kurz vor 23 Uhr ertönte der Alarmgong wieder. 
Die Durchsage der Leitstelle ließ nichts Gutes verheißen, Brandverdacht im Wohnhaus mit hilfloser Person im Obergeschoss.
 
Zu realistisch war die vorbereitete Übung für einen Nachbarn des Übungsobjektes. 
Dieser war vom roten Schein in den Fenstern und dem herausquellenden Rauch so erschrocken, dass er den „echten“ Notruf wählte und die Feuerwehr alarmierte. 
An sich ein absolut richtiges Verhalten, aber leider in diesem Fall eine Fehleinschätzung. 
Dem Nachbarn war die Situation sehr peinlich, war er doch der Meinung, dass tatsächlich eine Gefahr bestand.

Nun konnten alle den Rest des Abends genießen. 

Für alle war die Nacht dann recht kurz. Um 5:30 Uhr in der Früh, wurde die Wachabteilung zu einem Verkehrsunfall mit auslaufenden Betriebsstoffen alarmiert. 
Mit müden Augen und unter gähnen besetzten die Jugendlichen die Fahrzeuge und fuhren auf die alte Verbindungsstraße zwischen Breckenheim und Wallau. 
Dort brannte das verunfallte Fahrzeug. 
Das Auto wurde mit einem Schaumrohr gelöscht und es wurden Betriebsstoffe abgestreut.

Zeit für das geplante Frühstück blieb erst einmal nicht, der nächste Einsatz kam über die Leitstelle herein. 
Durch einen Spaziergänger wurde ein Feuer am Grillplatz Pfingstbornanlage gemeldet. 
Sofort sprang die Wachabteilung in die Einsatzklamotten und auf die Fahrzeuge um zum Pfingstborn auszurücken. 
Kurze Zeit später konnte die Meldung „Feuer aus“ über Funk an die Leitstelle weitergegeben werden.

Hungrig kamen die Kräfte ins Gerätehaus zurück. 
Endlich konnten sie frühstücken! 
Nach der Stärkung hieß es aufräumen und Sachen zusammen packen für den Dienstsport. Fitness gehört eben auch dazu!
 Nach einer kurzen Verschnaufpause ertönte auch schon wieder der Alarmgong. 
Diesmal ging es nach Igstadt, wo eine brennende Maschinenhalle mit einer vermissten Person gemeldet wurde. 
Interessierte Anwohner hatten sich bei Eintreffen des Löschzuges schon eingefunden, um den Nachwuchs-Einsatzkräften bei der Arbeit zuzusehen. Schnell war die Person gefunden und ins Freie gebracht. 
Der Angriffstrupp bekämpfte danach im Innenangriff die Flammen, während ein zweiter Trupp von außen löschte. 
Kurz darauf kam die Meldung „Feuer aus“.


Wieder im Gerätehaus angekommen, wurde bereits das Mittagessen gekocht – Spaghetti Bolognese stand auf der Speisekarte. Doch bevor das Essen verzehrt werden konnte, gingen zwei Anrufe in der Leitstelle ein. 
Sowohl in Breckenheim als auch in Igstadt meldeten Bewohner einen Wasserschaden im Keller. 
Das TSF-W mit seiner Besatzung arbeitete den Wasserschaden in Igstadt ab, der ELW fuhr mit dem GW-U den Einsatz in Breckenheim. 

Schnell waren die Keller vom Wasser befreit und die Einsatzkräfte konnten zum wohl verdienten Mittagessen ins Gerätehaus zurückkehren.



Nun war der Hausdienst gefordert, schließlich mussten die Tische abgeräumt und der Müll beseitigt werden, die Töpfe und das Besteck mussten ebenfalls gespült werden.
 Währenddessen meldeten Anwohner eine brennende Mülltonne in Breckenheim. 
Am Einsatzort angekommen löschte der Angriffstrupp das Feuer mit der Schnellangriffseinrichtung des TLF.

Lange Zeit für Freizeitgestaltung blieb nach dem Einrücken aber nicht. 
Der nächste Notruf erreichte auch schon bald die Leitstelle. 
Gemeldet wurde eine starke Rauchentwicklung und piepsende Rauchmelder im Kindergarten Igstadt. 
Der Löschzug rückte schnellst möglich aus und erreichte in kurzer Zeit den Einsatzort. 
Viele Zuschauer hatten sich vor Ort versammelt, um interessiert den Jugendlichen bei der Arbeit zuzusehen. Auch viele Kinder waren anwsend. Dichter Rauch sorgte für minimale Sicht. 
Eine vermisste Person konnte zügig ins Freie gebracht werden. Schnell war der Brand gelöscht und die Einsatzkräfte konnten die Einsatzmaterialen wieder auf den Fahrzeugen verlasten. 
Die Zuschauer waren begeistert von der Professionalität, mit der die Jugendlichen an diese Übung heran gingen. 
Unter Applaus wurden die Fahrzeuge zum Einrücken besetzt.


Kaum saßen alle wieder auf den Fahrzeugen, kam über Funk der nächste Einsatz von der Leitstelle. 
Ein Kellerbrand in der Turnhalle Igstadt. Da sich die Einsatzkräfte in der Nähe befanden, konnten sie zügig vor Ort sein. Kaum Sicht und viele verwinkelte Ecken machten die Suche nach noch im Gebäude befindlichen Personen nicht leicht. 
Erfolgreich konnte aber trotzdem auch dieser Einsatz abgearbeitet werden.

Nun hieß es aber erst einmal Kaffee und Kuchen bzw. natürlich für die Jugendlichen Kakao oder andere Getränke. 
Hier muss man einfach mal Danke sagen für die Kuchen und Muffins, die extra gebacken wurden. 
Und dann zum letzten Mal in diesen 24 Stunden erklang der Alarmgong. 
Diesmal wurde Gasgeruch in einem Keller gemeldet und eine vermisste Person.
 Die Person wurde schnell gefunden und aus dem Gefahrenbereich gebracht. Zurück im Gerätehaus wurden die Einsatzfahrzeuge von den Jugendlichen und den Mitgliedern der Einsatzabteilung sauber und wieder für Einsätze startklar gemacht.

Für die Jugendlichen ging nun eine arbeitsreiche Dienstzeit zu Ende.
Trotz vieler und auch kurz aufeinander folgende Einsätze, waren die Mitglieder der Jugendfeuerwehr mit viel Freude und Tatendrang bei der Sache. 
Alles in allem hat es allen Teilnehmern viel Spaß gemacht. 

Vielen Dank an die vielen helfenden Hände, ohne die diese 24 Stunden nicht zu stemmen gewesen wären!

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