Feuerwehr Breckenheim stellt neues Löschfahrzeug in Dienst

Nachdem die offizielle Übergabe durch die Berufsfeuerwehr Wiesbaden bereits am 5. Juni auf dem Wiesbadener Schlossplatz feierlich durchgeführt wurde, konnte das neue Einsatzfahrzeug der Breckenheimer Feuerwehr nun auch in Dienst gestellt werden. Einige notwendige Umbauarbeiten durch den Aufbauhersteller im Bereich der Leiterentnahme waren noch nötig gewesen und verzögerten deshalb den tatsächlichen Wechsel des Alten gegen das neue Fahrzeug.

Das alte Löschfahrzeug mit über 25 Jahren auf dem Buckel, war technisch nicht mehr auf dem Stand der Zeit und führte auch keinen eigenen Wassertank mit sich. Somit musste erst immer zeitaufwändig eine Wasserversorgung von einem Hydranten zur Pumpe aufgebaut werden, um die Schläuche mit Wasser zu füllen und den Löschvorgang beginnen zu können.

Dies ist mit wohl einer der wichtigsten Punkte, auf die sich die Einsatzabteilung gefreut hat. Denn durch die mitgeführten 1000 Liter Wasser ist es nun möglich, innerhalb kürzester Zeit den Befehl „Wasser marsch“ zu geben und somit wertvolle Zeit zu gewinnen, die im Ernstfall über Leben oder Tod entscheiden könnte.

Außerdem plagten das Löschfahrzeug vom Typ Mercedes Benz einige altersbedingte Mängel die kostenintensiv hätten repariert werden müssen. Ebenso passte das Auto nicht mehr in das aktuelle Konzept der Alarm- und Ausrückeordnung der Berufsfeuerwehr.

Das neue Fahrzeug, in der Fachsprache „Tragkraftspritzenfahrzeug“ (TSF-W) genannt, besteht aus einem Seriengestell vom Typ Iveco Daily, auf dem ein Kofferaufbau der Firma Adek montiert ist. In diesem Aufbau befindet sich alles was für den feuerwehrtechnischen Einsatzdienst von Nöten sein kann, sowie der bereits angesprochene Wassertank.

Angetrieben wird das etwa 7 Tonnen schwere Fahrzeug von einem 3,0 Liter Dieselmotor mit 170 Pferdestärken. Es bietet Platz für insgesamt 6 Einsatzkräfte und ist ausgestattet mit einer modernen LED Sondersignalanlage, fest eingebauten sowie mobilen Funkgeräten und einer Rückfahrkamera für sicheres Rangieren in beengten Situationen. Optisch ist das Fahrzeug sowie der Aufbau in dem aktuellen und neuen Design der Berufsfeuerwehr Wiesbaden beklebt worden, welches ein stilisiertes „W“ (für Wiesbaden) auf den Fahrzeugseiten darstellt. Das Heck ist mit einer Warn- und Konturmarkierung versehen und dient der zusätzlichen Sicherheit, besonders bei Einsätzen in der Dunkelheit.

Das Herzstück dieses Fahrzeugs ist die im Heck eingebaute Pumpe vom Typ Rosenbauer, mit einem 1,1 Liter starkem BMW-Motor. Die moderne Technik erlaubt durch wenige Handgriffe und gezielte Tasteneingaben eine schnelle, zuverlässige und druckkonstante Wasserabgabe bzw. Ansaugung. Die Pumpe wiegt 160kg und kann (wenn nötig) auch vom Fahrzeug entnommen und fahrzeugunabhängig positioniert und betrieben werden.

Ebenso ein elementarer Ausrüstungsgegenstand ist die auf dem Dach liegende Steckleiter, die aus insgesamt vier Einzelteilen besteht und je nach Bedarf der Länge zusammengesteckt werden kann. Die Entnahme erfolgt über einen Klappmechanismus, der von einer Einsatzkraft alleine bedient werden kann, wobei die eigentliche Entnahme der Leiter dann mit drei Mann erfolgen muss.

Hier kommt wiederum das Ausrückekonzept zum tragen, denn das TSF ist mit maximal sechs Mann besetzt, die alleine diese Aufgaben nicht bewältigen können. Um Personal an die Einsatzstelle nachzuführen, steht ein Mannschafttransportfahrzeug (MTW) zur Verfügung, dass noch einmal 8 Einsatzkräfte zur Einsatzstelle befördern kann, um somit genug Personal für alle anfallenden Aufgaben vorhalten zu können.

Allein zwei Feuerwehrkräfte werden benötigt um als Sicherungstrupp bereit zu stehen, um einen Angriffstrupp der unter Atemschutz in ein Gebäude zur Brandbekämpfung vorgeht, im Notfall zur Hilfe eilen zu können.

In den insgesamt fünf Geräteräumen findet man Ausrüstung zur Absicherung von Unfallstellen, Motorsägen um Sturmschäden zu beseitigen, Hand- und Brechwerkzeuge zum öffnen verschlossener Bereiche, Saug- und Druckschläuche, kleinere Pumpen und Nasssauger um Überschwemmungen oder Wasserschäden zu beheben, Beleuchtungsgerät, ein Stromaggregat, sowie diverse Spezial- und Zusatzausrüstung.

Seinen ersten Einsatz hatte das Fahrzeug auch bereits, als es am 15. August auf einem Breckenheimer Feld zu einem Mähdrescher ausrücken müsste, in dessen Innern sich Gras und Stroh entzündet hatte.

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